Der Favoritenschreck hat wieder zugeschlagen !!

Baggerseepiraten siegen verdient mit 29:26 (16:12) gegen die SG Nussloch

Es war Wiedergutmachung angesagt !  Nach zwei enttäuschenden Auftritten  in Leutershausen und Groß-Bieberau durfte  man endlich wieder zu Hause antreten, wo in dieser Saison noch keine Mannschaft den Baggerseepiraten Paroli bieten konnte. Die Halle war sehr gut gefüllt, offensichtlich hatten viele Zuschauer aufmerksam die Berichte der SG Nussloch verfolgt und wollten den Starspieler der dritten Liga sehen, den Weltmeister, Championsleague-Sieger und zig-fachen deutschen Meister Christian Zeitz, der nach seinem Abgang beim THW Kiel in dieser Saison bei der SG Nussloch angeheuert hat. Doch schon beim Aufwärmen wurde klar, daß dieser nicht spielen würde. Stattdessen verfolgte er das komplette Spiel handyklimpernd  recht teilnahmslos aus der Hintertorperspektive.

Foto: Nicht zu stoppen - Alex Weber bei einem seiner 4 Treffer

Dieser Attraktion beraubt entwickelte sich dennoch ein tolles Drittliga-Handballspiel, das zunächst die Hausherren mit 2:0 und 3:1 in Front sah, bevor die Rückraumkanoniere Kevin Bitz und Felix Gäßler durchluden und ihr Team fortan ins Spiel brachten. Eben jener Bitz hatte am Ende nicht nur sieben Tore erzielt, sondern auch HSG Youngster Johannes von der Au in der 5. Spielminute so übel aus der Luft geholt, daß dieser den Rest des Spieles mit einer Gehirnerschütterung in der Kabine verbringen musste. Da zudem Philipp Keller mit Rückenproblemen ausfiel, wurden die Alternativen in der Deckungsmitte sehr überschaubar.

Die Gäste nutzten die kurze Unsicherheit in der Deckung aus und gingen ihrerseits mit 3:4 in Führung. Was man zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste : Es sollte die einzige Nusslocher Führung für das ganze Spiel bleiben, denn  die Baggerseepiraten ließen sich nicht aus dem Konzept bringen und  hielten voll dagegen. Tore von Timo Kaiser per 7m und dem unermüdlichen Michael Weidinger wandelten den Rückstand zunächst wieder in eine 5:4 Führung. Auffällig bei den Baggerseepiraten, daß sich bereits hier neben den beiden bereits erwähnten Torschützen vom Dienst auch Benjamin von Stein, Henning Schopper und der spielfreudige Niklas Geck in die Torschützenliste eintragen konnten und von allen Positionen für Gefahr sorgten.  Im weiteren Verlauf festigte sich die Abwehr zunehmend, Marco Rhein hielt mehrere Bälle aus dem Rückraum und einige „Unhaltbare“ und so konnte man sich bis zur 20. Minute auf 12:8 und dann 13:9 absetzen. Dies veranlasste den Gästetrainer Christian Müller zu einer Auszeit, die jedoch offensichtlich eher den Baggerseepiraten gut tat, denn im Nachgang erhöhten diese sogar über zwei Tore in Unterzahl durch Michi Weidinger und Henning Schopper auf 16:9.  Doch wer glaubte das wäre bereits die Entscheidung gewesen, sah sich getäuscht: leichtfertig verspielte Bälle brachten die SGN wieder ins Spiel und wer weiß was passiert wäre, wenn Marco Rhein nicht kurz vor der Pause noch zwei „hundertprozentige“ zunichte gemacht hätte, so daß beim 16:12 die Seiten gewechselt wurden.

Auch nach dem Wechsel hatten die Gäste den besseren Start und konnten durch zwei Granaten der Rückraumkanoniere auf 16:14 verkürzen, bevor Tim Henkel, der –obwohl angeschlagen ins Spiel gegangen- in der zweiten Hälfte eine überragende Abwehrpartie bot durch einen Tempogegenstoß den Negativ- Lauf unterbrach und zum 17:14 einnetzte. Das gleiche Kunststück gelang ihm noch einmal zum 21:18, doch die Gäste ließen sich jetzt nicht mehr abschütteln.  Mitte der zweiten Halbzeit stand das Spiel dann endgültig auf Messer Schneide. Das zehrte an den Nerven: Binnen zweieinhalb Minuten verwarfen der sonst bombensichere Timo Kaiser und Philippe Kohlstrung zwei Siebenmeter aber dafür konnte auch Marco Rhein einen Strafwurf von Jochen Geppert parieren und so blieb es zunächst bei der 2 Tore-Führung der Baggerseepiraten, bevor man in der 50. Minute doch den 23:23 Ausgleich hinnehmen musste..

Jetzt zeigte sich aber, was die Baggerseepiraten bereits in den bisherigen Heimspielen ausgezeichnet hatte, man behielt die Ruhe. Timo Kaiser konnte mit zwei sehr überlegten Würfen jeweils das 24:23 und das 25:24 erzielen, bevor Michi Weidinger von Linksaußen das 26:24 folgen ließ. Selbst in Unterzahl nach einer Zeitstrafe gegen Timo Kaiser ließ man nur das 26:25 zu. In der Abwehr vor dem überragenden Marco Rhein wurde weiter aufopferungsvoll gekämpft, bevor dem starken Alex Weber das 27:25 und Henning Schopper per Kempatrick mit dem 28:25 die  entscheidenden Tore gelangen.  Die begeisterten Zuschauer feierten ihre Jungs nach dem Abpfiff  minutenlang und freuten sich über den erneuten Favoritensturz. Wieder einmal hatten die Baggerseepiraten eine nominell und von den Einzelspielern überlegene Mannschaft im Heimspiel über eine grandiose Mannschaftsleistung besiegt und dabei selbst nur 8 Feldspieler eingesetzt. Bleibt zu hoffen, daß man diese Leistung auch mal in einem Auswärtsspiel auf die Platte bringen kann und zu Hause weiter an der Festung gebaut wird-